BuddhaMe – Buddhismus, Meditation & Bewusstsein

BuddhaMe.de ist ein Experiment. Es ist eine Sammlung von sehr persönlichen Erfahrungsberichten, Zitaten, Bildern & Videos, zu den Themen Buddhismus, Meditation & Bewusstsein, die mir persönlich dabei geholfen haben, ein ruhigerer, ausgeglichenerer und selbstbestimmterer Mensch zu werden. Und dabei, Dinge umzusetzen, die ich mir vornehme, egal wie klein oder groß sie sind. Und dabei, echtes Mitgefühl zu entwickeln und mich selbst wirklich kennenzulernen. Aber nicht als Selbstzweck oder um nun Selbstfindungskurse gegen Bezahlung zu geben. Es ist nicht das Ziel dieser Seite, einen komplizierten Weg zum Glück und Erfolg aufzuzeigen. Denn ich habe in den letzten Jahren und unzählige Erfolgsratgeber später Eines gelernt: das große Problem ist nicht, dass es nicht genug schlaue Ratgeber dafür gibt, wie man Ziele im Leben erreicht oder sich Wünsche erfüllt. Das Problem ist, dass wir uns Ziele setzen und Wünsche erfüllen, die gar nicht unsere sind. Und deshalb sind wir auch dann, wenn wir Ziele erreichen, nicht lange glücklich und zufrieden, sondern plötzlich tauchen wie von selbst ein neuer Wunsch und ein neues Ziel auf. Immer wieder. Unser Lebensweg bis zum Tod ist also ständig von neuen Zielen und Wünschen geprägt, denen wir ewig hinterher jagen, nur um kurze Glücksmomente zu spüren. Ist es das, woran wir uns auf dem Totenbett zurückerinnern wollen? Es gibt eine Top 3 der Dinge, die Menschen vor dem Tod bereuen. Irgendwann habe ich mich einfach gefragt, woher die ganzen Wünsche und Ziele eigentlich kommen, wenn ich sie vorher, bevor ich das letzte Ziel und den letzten Wunsch erreicht hatte, ja selbst noch gar nicht kannte. Sind das wirklich meine Ziele und Wünsche, die da wie von selbst immer wieder neu auftauchen?

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Oder setze ich mir ständig neue Ziele und habe neue Wünsche, weil ich mir von ihnen dann endlich dauerhaftes Glück erhoffe? Und helfen mir sämtliche Erfolgsratgeber nicht nur dabei, immer wieder erfolgreich neuen Dingen hinterherzulaufen, statt wirklich Glück und Zufriedenheit zu finden? Mir wurde Eines klar: solange ich dem echten Glück hinter her laufe, solange werde ich es niemals finden. All‘ die Life-Coaches und Erfolgsratgeber vergessen eine wichtige Sache: um unsere Ziele und Wünsche zu erreichen, müssen es erstmal unsere Ziele und Wünsche sein. Das Problem ist das permanente Streben nach Glück. Denn Glück wird niemals dauerhaft sein, wenn es immer wieder von neuen, vergänglichen Dingen abhängt. Und es ist auch nicht normal, dass Glück nicht dauerhaft anhält, vor allem nicht in unserer Gesellschaft. Denn so viel wir auch jammern mögen – erweitert man seinen Horizont und betrachtet die Dinge mal global, dann geht es uns jeden Tag verdammt gut. Und trotzdem haben wir jeden Tag soviel zu meckern. Irgendwas fehlt ja immer noch zum Glück. Meistens beginnt diese Unzufriedenheit, wenn wir uns vergleichen.

Leider fördern die meisten Erfolgsratgeber genau diese Ansicht; sei nie zufrieden, um deine Ziele zu erreichen. Streng‘ dich an und nimm‘ dir andere erfolgreiche Menschen zum Vorbild. Aber zum Vorbild wofür? Für Erfolg? Könnte es nicht sein, dass Erfolg für mich etwas völlig anderes ist? Habe ich mich überhaupt schon mal länger als fünf Minuten auf meinen Hintern gesetzt und mich in vollkommener Ruhe und innerer Stille gefragt, was ich eigentlich wirklich will? Fast niemand tut das. Denn fast niemand weiss, dass da tatsächlich Antworten in uns selbst schlummern, genau wie wahres Glück. Diese Predigt vom Streben nach dem Glück, welches sogar in der US-Verfassung verankert ist – eine glatte Lüge und ich bin froh, dass ich das mit 26 erkannt habe und nicht erst kurz vor meinem Tod. Als alter Greis, der verbittert und wehleidig auf dem Sterbebett liegt, weil er plötzlich feststellt, dass er sein Leben lang etwas hinterher gelaufen ist, das er eigentlich schon lange besaß. Er hätte nur mal stehenbleiben müssen, um für ein paar Minuten am Tag in sich hineinzuhorchen, ganz bewusst. Und genau das tun wir ziemlich selten im Leben.

Glück ist nicht das Ziel

Wenn unser Glück anhalten soll, dann muss es von etwas abhängen, was unser Leben lang überdauern wird. Und was wird unser Leben lang überdauern? Wir selbst. Glück im Leben zu finden ist nicht das Ziel des Lebens und genau deshalb verschwindet es auch immer wieder, solange wir es jagen. Ziele im Leben sollten viel bedeutender sein.

Glück ist nichts besonderes, sondern Teil unserer menschlichen Natur. Es ist das Fundament eines erfüllten, sinnvollen und friedlichen Lebens, nicht das Ziel eines solchen Lebens. Denn sobald wir lernen, dass Glück keine Frage von äußeren Faktoren, Werten und Erfolgen ist, sondern Einstellungssache, merken wir, dass wir fast alles im Leben nur tun, um glücklich zu werden. Nicht weil wir es wirklich wollen. Und mit zunehmendem Alter tun wir immer egoistischere Dinge und Dinge, von denen wir eigentlich wissen, dass sie schlecht für uns und andere sind, aber mit dem Alter wird die Suche nach dem Glück verzweifelter, solange wir es immer noch außerhalb von uns suchen – in Jobs, Gehältern, materiellen Dingen oder sinnlichen Erfahrungen.

Lernen wir aber Glück selbst zu erzeugen, so verlassen wir die zwanghafte Suche nach ihm und plötzlich tauchen unsere wahren Ziele und Wünsche auf, die uns selbst enorm überraschen werden. Denn es sind echte Lebensziele und Träume und keine zwanghaften Versuche mehr, endlich glücklich zu werden. Wir werden uns wundern, was für gute Menschen wir eigentlich sind, sobald wir dem Glück nicht mehr nachjagen, sondern es im Hier und Jetzt erkennen. Und was wir alles nicht mehr brauchen werden.

Das erste mal in meinem Leben merkte ich, dass ich eigentlich völlig anders bin als ich es die letzten 26 Jahre zu sein glaubte. Denn fast Alles, was ich tat, sollte mich glücklich und erfolgreich machen. Und paradoxerweise wurde ich es genau deshalb nie. Doch seit ich mehr und mehr lerne, dass man sein Glück gar nicht jagen muss, da es in einem selbst zu finden ist, werde ich nicht etwa träge und selbstzufrieden, nein; das erste Mal ist so viel Kraft und Lebensenergie in mir verfügbar, die sich nicht zwanghaft auf die egoistische Glückssuche, Ängste, Wünsche und Hoffnungen konzentriert, dass ich plötzlich Dinge erreiche, die ich vorher nie für möglich gehalten hätte. Und die wenigsten davon haben noch mit den Wünschen und Zielen zu tun, die ich vorher zu haben glaubte. Seit ich merke und nicht nur weiss, dass Glück nicht käuflich ist und auch nichts, was man sich erarbeiten oder verdienen müsste, bin ich wirklich enorm ausgeglichen und tue Dinge, für die ich früher ständig zu schlapp, zu unzufrieden, zu müde von der Arbeit oder zu antriebslos war. Ich bin einfach glücklich und habe deshalb die Kraft, endlich meinen Träumen zu folgen und Dinge zu tun, die ich will. Dadurch bin ich weder träge noch egoistisch geworden. Ich tue viel mehr Dinge als früher, vor allem für andere.

Und Dinge, die sich für mich häufig wie Verzicht auf Lebensqualität angefühlt haben, die fühlen sich plötzlich wie pure Lebensqualität an. Denn es reicht gelegentlich schon, Dinge einfach sein zu lassen, die man vorher getan hat, um freier und selbstbestimmter zu werden. Wichtig ist nur wirklich zu verstehen, dass Glück nicht das Ziel eines guten Lebens ist, sondern sein Fundament. Ein freies und selbstbestimmtes Leben kann nie vom Streben nach Glück geprägt sein, denn jeder, der uns dann davon überzeugen kann, man finde das Glück hier oder dort, der hat uns unter Kontrolle – das Gegenteil von Freiheit und Selbstbestimmtheit. Wer alle zwei Jahre ein neues Handy kauft und seine Ziele aus Medien und Wirtschaft zieht, der ist alles andere als frei und selbstbestimmt und wenn er sich das noch so sehr einreden mag. Wie sollten er oder sie auch je wirklich dauerhaft glücklich sein, um dann endlich frei und selbstbestimmt zu handeln, wenn ihr Glück von Dingen abhängt, die maximal zwei Jahre überdauern. Wenn überhaupt. Es geht nicht darum, auf Smartphones oder Luxus zu verzichten. Es geht darum, sein Glück nicht davon abhängig zu machen. Der Bedarf nach sehr vielen Dingen verschwindet dann von allein‘. Seit ich mich mit Buddhismus und Bewusstsein beschäftige, nutze ich mein Smartphone teilweise wochenlang gar nicht mehr und merke es nicht mal. Das war nie mein Ziel, es ist einfach so gekommen. Obwohl ich im Online-Marketing arbeite. Meine Arbeit ist dadurch sogar besser geworden, nicht schlechter. Denn ein Smartphone hat ehrlich gesagt überhaupt kein Zweck, außer das eigene Gedächtnis zu ersetzen.

Nur ein Beispiel, keine Frage. Aber ein Beispiel das zeigt, dass wir alle ziemlich viel Kraft dazu in uns haben, Dinge zu verändern, die wir vorher für nervige Teile unserer Persönlichkeit gehalten haben und für unveränderlich: Ängste, Selbstzweifel, Süchte, Eifersucht, Ungeduld, Gereiztheit – sie alle sind Konsequenzen des unbewussten Denkens und des blinden Strebens nach Glück. Wie ein Esel, dem eine Karotte vor der Nase baumelt, die eigentlich an seinem eigenen Kopf befestigt ist, rennen wir dieser Karotte namens „Glück“ ein Leben lang hinter her, statt mal kurz anzuhalten und zu merken, dass sie uns bereits gehört. Denn wir kennen keine Alternative dazu, ständig Ziele und Wünsche zu verfolgen, die uns glücklich machen sollen. Und das ist auch so gewollt.

Stellt euch einmal vor, dass jeder plötzlich merken würde wie glücklich er oder sie eigentlich bereits ist. Dass man nichts mehr kaufen und erreichen muss, um glücklich zu sein, sondern wahre Ziele nichts mit dem Erreichen von Glück, sondern mit dem Erreichen von Freiheit, Gerechtigkeit und Mitgefühl zu tun haben? Diese Gesellschaft würde eine 180 Grad Kehrtwende machen.

Buddhismus und Meditation sind sehr starke und wirkungsvolle Alternativen zu dieser glückssuchenden Rastlosigkeit. Aber auch sie sind kein Selbstzweck. Meditation soll nicht glücklich machen. Sie zeigt uns nur, dass wir es schon sind und hilft uns dann dabei, aus dieser Erkenntnis Kraft für ein neues Leben zu ziehen, in dem wir tun und erreichen, was wir tun und erreichen wollen – nicht müssen. Der Buddhismus ist für mich die Theorie, Psychologie und Philosophie hinter diesem Lebensweg. Schließlich bedeutet Buddhismus auch nicht mehr als „Weg des Erwachens“. Und damit ist nichts Übermenschliches gemeint, oder irgendwas unerreichbar Heiliges. Erwachen bedeutet schlichtweg bewusst zu erfahren, dass man bisher einer Illusion gefolgt ist – der Illusion von Selbstverwirklichung, Erfolg und Glück. Dass man diese Dinge bisher eigentlich noch nicht mal richtig verstanden hat, obwohl man das vielleicht immer dachte.

Tipp: Fragen, die wir uns stellen und Ziele, die wir uns setzen sollten

Bewusstes Mitgefühl bedeutet Glück

Glück ist die Grundlage des Lebens, die Startlinie, von der aus wir endlich loslaufen können um unsere Ziele zu erreichen. Meinetwegen auch materielle oder finanzielle Ziele, auch wenn die wenigsten diese Dinge noch in den Mittelpunkt ihres Lebens stellen werden, wenn sie sich ein paar Monate ernsthaft mit sich selbst und den Themen dieses Magazins beschäftigt haben. Denn das Wichtigste, was ich bisher auf meinem buddhistischen Weg gewonnen habe, ist folgende Erkenntnis: wenn man anderen hilft, hilft man auch sich selbst. Und somit der Welt. Deshalb möchte ich meinen Weg und meine Erfahrungen als Artikel und Online-Magazin an Dich weitergeben.

Außerdem versuche ich aus meiner Perspektive heraus alte buddhistische Texte und Lehren in aktuellen Kontext zu setzen. Dabei habe ich stets das Ziel vor Augen mehr Menschen für den Buddhismus, nein, für die Ur-Wahrheit, die in ihm meiner Meinung nach stärker als in den anderen Religionen verankert ist, zu interessieren. Es ist aber nicht mein Ziel, dass ich hier irgendwen bekehre. Es sind eigene Erfahrungen, die ich weiterempfehlen kann. Ob du sie nun machen willst oder nicht, das ist deine Sache. Es bringt nichts das zu tun, weil ich es empfehle. Du musst es tun, weil du es für richtig hältst. Es geht auch nicht nur um die Religion an sich. Es geht darum, anhand des Buddhismus den gemeinsamen Kern aller Religionen zu verdeutlichen, der im Laufe der Jahrtausende durch Interpretation, Machtinteressen und kulturelle Unterschiede bis zur Unkenntlichkeit verzerrt wurde: Mitgefühl & Nächstenliebe im Alltag.

Doch Achtung: die Artikel sind nicht kurz, ebenso wenig wie der Weg des Erwachens. Es ist keine kurze Anleitung, die man einmal liest und wie von Zauberhand erfolgreich und froh wird. Es gibt keine Anleitung, die durch diesen Blog führt. Es ist eine Selbsterfahrung, die Beiträge zu entdecken und meine Erfahrungen zu lesen. Du wirst schon das finden, was für dich gerade richtig ist. Gehe nur frei und ohne Vorurteile oder Erwartungen an die Sache ran. Lass‘ dich einfach darauf ein. Es ist auf jeden Fall sinnvoller als pro Tag 2-3 Stunden bei Facebook rumzuhängen. Im schlimmsten Fall lernst du ein paar spannende Sachen über dich selbst. Im besten Fall startest du ein neues Leben.

Du wirst vielleicht nicht sofort einen Nutzen in einigen Artikeln erkennen, doch genau das ist der Nutzen! Du musst ihn für dich selbst finden. Lies aufmerksam, wenn du magst, nimm‘ dir Zeit und sei geduldig. Du wirst dich, wenn du dich darauf einlässt, während des Lesens bereits verändern, hin zu mehr Bewusstsein und Erfüllung, so wie zu echtem Glück im Leben. Und das ist nur der Anfang. Doch der Weg ist weit und deshalb sind die Artikel auch lang 😉 Denn man kann erst aufwachen, wenn man erfährt und nicht nur weiss bzw. liest, dass man vorher geschlafen hat. Man muss die Dinge, die empfohlen werden auch wirklich anwenden, um sie beurteilen zu können. Und um sie zu verstehen. Viele gehen den Weg allein‘ deshalb nicht, weil der Buddhismus, anders als beispielsweise das Christentum, nicht an einem fixen Ort wie der Kirche gelehrt wird, anhand nur eines heiligen Buches. Man muss ihn selbst erfahren wollen, Erfahrung im Leben sammeln und stetig lernen.

Der Buddhismus und seine Lehren (Dharma) sind ein Sammelwerk aus Reden, Praktiken, Ansichten und Philosophie, das aus hunderten Schriften besteht und nicht nur an einem Ort und anhand nur eines einzigen Buches gelehrt wird. Es gibt verschiedene Strömungen und Ansichten, die sich aber nicht widersprechen, sondern gerade durch ihre Vielfältigkeit den Buddhismus stützen. Sich als Bürger westlicher Zivilisationen selbstständig in den Buddhismus einzulesen und ihn zu erfahren ist sehr, sehr schwer. Ich bin gerade dabei und möchte das mit euch teilen!

Der Unterschied zu anderen Religionen


Jede Religion basiert auf zwei Grundannahmen, die sie alle verbindet, ob man das nun heute noch erkennen mag oder nicht. Die Menschheit, und dazu gehöre ich definitiv auch, leidet unter einer kollektiven Geisteskrankheit, welche wie ein Schleier der Wahrnehmung über unserer menschlichen Natur und der Realität liegt, den wir aber lüften können. Die zweite Grundannahme bzw. eher das elementare Ziel ist die Überwindung des Egos, dessen auf uns wirkende Mechanismen uns vorgaukeln, wir selbst zu sein und unseren Zielen und Wünschen zu folgen, nicht etwa denen, die uns seit dem Kindergarten, über das Bildungssystem bis hin zur Freitagabend Unterhaltung eingeimpft werden. Und das Einzige, was diesen ewigen Kreis des menschlichen Wahnsinns durchbrechen kann, ist das Aufblühen unseres Bewusstseins. Die Bewusstwerdung unseres eigenen Wahnsinns, der genau dadurch anfängt sich zu verflüchtigen. Das Erwachen aus der Illusion des Strebens nach Glück.

Und das Alles beginnt mit so kleinen Dingen, dass euer Ego sie oft für viel zu unbedeutend hält als dass sie wirklich Veränderung bewirken könnten. Deshalb halten wir es für sinnlos, wenn Philosophien und Religionen Geduld, Selbstlosigkeit und positive Einstellung predigen. Ein Lächeln oder bewusstes Atmen. Aber schaut ihr wirklich bewusst in euch hinein, wobei diese Website euch helfen kann, dann werdet ihr diesen Mechanismus des Egos schnell begreifen. Ebenso wie den Grund, weshalb dieser jeden Wandel in der Welt und in uns selbst verhindert. Erst dann können wir damit beginnen, wirklich Gutes und Selbstloses zu tun, ohne, dass es uns wie Verzicht vorkommt, oder eine Überwindung. Wie eine lästige Pflicht. Es wird zum erfüllenden Lebensinhalt, der wahres Glück bedeutet, nur weil er auch Glück für andere bedeutet, statt nur für mich selbst und meinen engsten Kreis.

Doch Alles in dieser Welt beginnt im Kleinen und nicht mit der großen Heldentat. Weise Menschen wissen das seit 2.500 Jahren oder länger, aber die meisten Menschen in unseren Breitengraden haben es immer noch nicht begriffen: Einfache Übungen wie bewusstes Atmen und Lächeln sind sehr wichtig. Sie können unsere Zivilisation verändern – Thich Nhat Hanh.

Dabei ist es auch vollkommen egal, ob ihr euch alleine oder in einer Gruppe auf den Weg des buddhistischen Erwachens macht. Es ist auch ganz egal, welcher Religion ihr angehört. Oder ob ihr Atheisten seid. Es geht einzig und allein‘ darum, für ein paar Minuten am Tag damit anzufangen, sich mit seiner inneren Welt zu beschäftigen. Was will ich eigentlich, was tue ich eigentlich und was denke ich eigentlich. Noch versteht oder glaubt ihr es nicht; aber der Rest wird wie von Geisterhand, ganz von allein‘ kommen. Nur dadurch, dass ihr lernt bewusst durch den Alltag zu gehen und merkt, dass die Stimme in eurem Kopf, die euch sooft von guten, nachhaltigen und selbstlosen Vorsätzen, Entscheidungen und Taten abhält, nicht eure ist, sondern die eures Egos.

Ein Anfang kann es sein, wenn wir buddhistische Bräuche und Achtsamkeit in den Alltag integrieren.

Der Buddhismus stellt, anders als andere Weltreligionen, den Menschen und seine persönliche Erfahrung in den Mittelpunkt, nicht etwa Dogmen, starre Regeln, Gottheiten und Versprechungen für das Jenseits. Es gibt keinen Gott, der am Ende schon dafür sorgt, dass Alles gut wird. Das können im Buddhismus nur wir selbst. Und genau das macht uns frei und selbstbestimmt. So entsteht Glück ganz von allein‘, aus einem selbst heraus. Ohne materiellen oder finanziellen Zugewinn. Ohne Siege oder sinnliche Erlebnisse. Und wenn wir glücklich sind, ohne ständig dem scheinbaren, kurzfristigen Glücksmomenten hinterher zu laufen, dann haben wir endlich die Kraft und Energie, wirklich in dieser Welt zu wirken und unsere eigenen und wahren Ziele zu erkennen, die über beruflichen, familiären und materiellen „Erfolg“ hinaus gehen. Und wir haben die Zeit dazu, die wir vorher mit Entertainment, Ablenkung und Konsum vollgestopft haben, auf der ewigen Suche nach Glück, welches eigentlich schon lange da ist. In uns selbst. Diese Illusion kann mithilfe der Meditation und Bewusstwerdung aufgelöst werden. Solange wir diese Ziele und unsere innerste Natur aber gar nicht kennen, sie vielleicht nicht einmal wirklich suchen, solange ist auch jeder Versuch aussichtslos, seine eigene und auch die Lage anderer zu verbessern. Denn er erfolgt stets aus selbstbezogenen, egoistischen Motiven heraus. Ich möchte, dass es mir besser geht. Ich will gesünder sein. Ich will Geld für andere Dinge sparen. Bis wir verstanden haben, dass wir uns selbst nur dadurch wirklich helfen können, dass wir anderen helfen. Ich will gesünder sein, um mehr Zeit für wichtige Dinge und andere Menschen zu haben. Ich will Geld nicht nur für mich sparen, sondern um es auch für andere auszugeben. Ich möchte, dass es mir besser geht, indem es anderen besser geht. Eigentlich möchte ich nur noch auf dieser Welt sein, um zu helfen. Nicht aus einem falschen Pflichtgefühl heraus, sondern weil das meine echte menschliche Natur ist. Ich will helfen. Mir und anderen. Nicht mehr und nicht weniger. Das war das Ergebnis der Suche nach meinen eigenen Zielen. Eure werden vielleicht andere sein und das ist auch normal. Wichtig ist, dass ich vorher Ziele hatte wie Auto, Haus, einmal Urlaub im Jahr und Technik auf dem neusten Stand. Und ich begann mit der Meditation, um mich besser auf diese Ziele fokussieren zu können. Doch die Meditation löste diese Ziele einfach in Luft auf und tauschte sie aus – die Ziele meines Egos gegen meine eigenen. Und diese Tatsache hat mich so sehr fasziniert, dass ich sie weitergeben möchte. Es heisst nicht, dass ich schöne Dinge nicht mehr zu schätzen weiss oder sie nicht geniessen würde. Das tue ich jetzt viel mehr als jemals zuvor. Aber sie haben keinen Einfluss mehr auf meine menschliche Natur, auf meine Werte, mein Glücksempfinden und meine Ziele. Es geht darum, sein Lebenssinn nicht an diesen Luxus zu hängen, ebenso wenig wie sein Glück.

„Tu‘ was du willst – aber nicht, weil du musst“ (Buddha)

Buddha sagte einmal:„Es gibt kein Weg zum Glück. Glücklich sein ist der Weg.“. Doch das nur zu wissen, ist maximal ein erster Schritt, und eigentlich noch nicht einmal das. Wissen macht nicht glücklich. Erfahrung macht glücklich. Der Buddhismus und die dazugehörige buddhistische Praxis im Alltag, allen voran die Meditation, sind die Kompassnadel auf unserem Lebensweg, welche uns hilft, den Weg zu unseren wirklichen Zielen und zu wirklicher Erfüllung zu finden. Aber wir müssen immer noch selbst gehen. Das ist der Punkt. Auch im Buddhismus gibt es komplizierte Theorien und Schriften. Aber sie alle haben eine Gemeinsamkeit – die Konsequenz ist immer dieselbe, seit 2.500 Jahren: handle jetzt!

Egal mit welchem Schicksal oder mit welchem Leid wir uns gerade konfrontiert sehen. Intuitiv werden wir Mittel und Wege finden, jeder Sekunde Etwas Gutes abzugewinnen. Nicht weil wir zu naiven Optimisten werden, sondern weil jede Sekunde etwas Gutes hat, aus dem wir Kraft für unser Wirken in der Welt ziehen können, statt destruktive Kraft für Unzufriedenheit, Selbstgerechtigkeit, Selbstmitleid und Ärger. Wir sehen dieses Gute in jedem Moment nur nicht mehr, weil wir Glück und Erfüllung ständig dort suchen, wo wir sie niemals finden werden. Und das wissen wir auch. Doch viele Menschen wissen nicht, wo sie stattdessen suchen sollen. In sich selbst.

Einklappen

Stille in der Natur

Stille ist wichtig für die Entwicklung des Gehirns

Die Stadt, die niemals schläft und genau deshalb erstrebenswert ist. Menschen, die sich durch den Satz „Ich fühle mich unwohl, wenn ich nichts zu tun habe.“ definieren und eine Welt, die 24/7 Informationen liefert und in Bewegung ist. Selbst da, wo es Nacht ist. Zum Einschlafen Fernsehen und Smartphone, zum Aufstehen Wecker, Smartphone und Radio. Auf dem Arbeitsweg die Kopfhörer, gelegentlich auch während der Arbeit. Informationsfeuer auf allen Kanälen – Messenger, Arbeitskollegen und Telefonkonferenzen. Auf dem Rückweg News lesen, Facebook-Posts liken und kommentieren und sich selbst damit vergleichen. Anhand anderer Erlebnisse definieren, wie wertvoll die eigenen Erfahrungen waren. Selbstzweifel, innere Leere. Abends dann wieder vor den TV, bis man einschläft. Die Welt wird lauter, greller und schneller. Jeden Tag. Denn das haben wir zum obersten Ziel erklärt – Wachstum. Niemals Stillstand.

Waldspaziergang Wochenende

Das Wochenende wirklich nutzen & Montag lieben lernen

Es ist wirklich faszinierend, was für eine Meme-Kultur mittlerweile rund um den Montag und rund um den Globus existiert. Bis in die klassischen Medien hat sich diese Selbstmitleids-Kultur gekämpft. Im Radio wird über ihn gejammert, im Fernsehen und in den sozialen Netzwerken sowieso – den Montag. Aber was kann er eigentlich dafür, dass wir unsere Wochenenden nicht richtig zur Erholung nutzen und uns am Montag dann wieder stressen? Woche für Woche. Ich habe ein par Tipps für wirklich erholsame Wochenenden für euch, die den Montag zu eurem neuen Lieblingstag machen werden.

Klassische „Oh nein, schon wieder Montag“ Memes

Glückliches Kind

Warum Glück kein Lebensziel sein sollte

Nein, das hier ist kein Artikel für Pessimisten oder sogenannte Realisten. Dieser Artikel ist das bisherige Ergebnis meiner intensiven Beschäftigung mit Themen wie „Glück“, „Erfolg“ „Ziele setzen & erreichen“ usw. Ihr kennt sie alle; die Glückscoaches, Lebensratgeber und Motivationsbücher und grundsätzlich ist auch nichts Schlechtes daran. Auch ich habe sie gelesen und auch viele Tipps und „Rituale“ aus diesen Büchern umgesetzt und in meinen Alltag integriert. Eine Zeit lang. Und tatsächlich konnte ich meine ersten Ziele erreichen. Ich bekam den Job, den ich anscheinend wollte, schaffte den großen Schritt in eine neue Stadt, den ich mir als Ziel gesetzt hatte. Ich erreichte berufliche Ziele und entwickelte neben dem Beruf sogar mein erstes eigenes Musik-Magazin, in einer Geschwindigkeit, die mich selbst immer noch überrascht. Ich interviewte bekannte DJs, wurde auf Events eingeladen und fuhr einen ganzen Sommer lang umsonst auf Festivals. Finanziell lief es auch immer besser, wenn auch etwas schleppend. Doch irgendwann fiel mir eine Sache auf: ich erreichte zwar meine Ziele, aber ich wurde nicht glücklicher. 

Junge Frau denkt an Kaffee

15 Minuten Morgen-Ritual gegen Kummer und Sorgen

Augen auf. Wecker zum dritten Mal auf „Repeat“. Alle fünf Minuten nervt das Klingeln wieder. Den Kopf schon voll, bevor man den ersten Fuss aus dem Bett bekommen hat. Resignation. Was habe ich Heute alles zu tun? Ich schaffe das nie. Kinder zum Sport. Müll rausbringen. Zwischendurch kurz einkaufen. Wieder nur eine Kasse geöffnet. Wofür haben die überhaupt vier? Was machen die hier alle für ihr Geld? Danach ab zur Arbeit. Chef nervt. Kunden nerven. Abends gestresst nach Hause und auf dem Weg kurz die Kinder von den Freunden abholen. Wie auch immer. Kummer und Sorgen bestimmen wesentlich öfter unseren Morgen als Glücksgefühle, innere Ruhe und Vorfreude auf den Tag. Aber warum eigentlich?

Der Tod spendet Leben

Diese 5 Dinge bereuen Menschen vor dem Tod am meisten

Was bereuen Menschen vor dem Tod am meisten? Nicht nur ich habe mich mit dieser Frage befasst, sondern auch die Autorin des gleichnamigen Buches. Aus den Antworten auf diese Frage können wir unglaublich viel lernen, denn auf dem Sterbebett gibt es keinen Unterschied mehr zwischen uns. Soziale Herkunft, Bildung, Karriere usw. – all‘ das scheint bedeutungslos zu werden. Aber was bleibt dann noch? Wäre es nicht schön, schon früh zu wissen, was Sterbende am häufigsten bereuen, kurz bevor es soweit ist? Denn einerseits verstehen wir so, worauf wir vielleicht bereits jetzt schon mehr achten sollten. Schließlich weiss niemand, wie lang er noch hat. Und andererseits verstehen wir so auch, dass wir uns vielleicht wegen völlig falschen Dingen den Kopf zerbrechen und unsere Aufmerksamkeit auf die falschen Dinge richten, die zu Selbstzweifeln und Unglück im eigenen Leben führen, bis hin zur verspürten Sinnlosigkeit des eigenen Daseins. Und soviel schon mal vorweg, niemand bereut kurz vor dem Tod, dass er Deadlines nicht eingehalten, nicht genug verdient, keinen Sportwagen besessen oder nicht genug Zeit hatte. Bezüglich der Zeit bereuen Sterbende vielleicht, dass sie diese nicht richtig genutzt haben. Und, dass sie durch die ständig unterdrückte Angst vor dem Tod nicht akzeptiert haben. Schließlich verhalten wir uns im Alltag nur allzu oft als wären wir unsterblich. Umso schmerzlicher wird dann die Feststellung sein, dass wir es nicht sind. Und diese überspielte Angst führt zu viel mehr Leid im eigenen Leben, als wir denken. Wir projizieren sie nämlich. Die Angst vor dem Tod ist gerade in unseren westlichen Gesellschaften eine Angst, die wir verdrängen, bis sie sich irgendwann plötzlich manifestiert und in unser Leben tritt. In meiner Kurzgeschichte „Die gruselige Dame“ habe ich versucht, mich diesem Thema anzunehmen. Auch im Buddhismus gibt es viele Texte zu diesem Thema und auch Buddha selbst hielt seine Schüler immer wieder dazu an, sich den Tod bewusst zu machen und ihn sich vor Augen zu führen. Immer und immer wieder, denn er ist untrennbarer Bestandteil unseres Lebens. Aber durch diese Angst sollte man nicht gelähmt werden oder gar antriebslos und depressiv. Der Tod ist eine der 20 Wahrheiten des Lebens, die Freiheit bedeuten, wenn man sie einfach akzeptiert, statt sie zu verdrängen oder zu verleugnen. Denn der Tod macht das Leben aus. Wären wir uns wirklich immer dessen bewusst, dass wir sterben werden und noch nicht einmal wissen, wann das sein wird, dann würden wir endlich aufhören so zu leben als hätten wir ewig Zeit. Und wir Alle tun so. Ständig verschieben wir Dinge aus Bequemlichkeit auf später. Wir gehen unbewusst und sorglos mit unserer Gesundheit um, da wir uns von dieser unbewussten Lebensweise teils Bequemlichkeit und teils Lebensqualität versprechen. Wenn wir schon sterben müssen, dann haben wir wenigstens jetzt Spaß. Das ist die westliche Philosophie zum Tod auf den Punkt gebracht. Wenn’s hochkommt.

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20 Wahrheiten des Lebens, die Freiheit bedeuten

Viele Menschen sehen sich am Anfang mit vielen Widersprüchen konfrontiert, wenn sie den Buddhismus oder überhaupt mehr Bewusstsein und buddhistische Praxis in ihren Alltag integrieren wollen. Wie kann die Akzeptanz von Leid im eigenen Leben glücklich machen? Wie soll ich mich weiterentwickeln und Ziele erreichen, wenn ich mit dem zufrieden sein soll was ich habe? Widerspricht sich das nicht? Viele Menschen fragen sich auch wieso sie Leid hinnehmen sollen, wenn sie doch meinen dass sie Wege kennen würden, um es zu lindern. Aber in 99% der Fälle verdrängen diese Patentrezepte der westlichen Gesellschaft das Leid nur, bis es umso kraftvoller zurückkehrt. Wir alle kennen das. Auch ich, gar keine Frage. Es gibt 20 Wahrheiten des Lebens, die uns diese Illusion, der wir alle unterliegen, deutlich machen und so automatisch unser Bewusstsein stärken und Freiheit greifbarer machen, einfach nur, weil wir diese Illusion nun durchschauen. Doch das bloße Lesen diese Wahrheiten, vor allem ohne Vorwissen, bringt recht wenig. Man muss sie erfahren und begreifen wollen. Dazu habe ich, wie sooft mal wieder eine „kurze“ Vorgeschichte aufgeschrieben. Ihr könnt euch aber auch direkt die 20 Wahrheiten des Lebens, die Freiheit bedeuten durchlesen. Einfach auf den Link klicken.

Gesicht eines alten Mannes Schwarz Weiss

Lebensweisheiten & Lektionen eines 80-jährigen Mannes

Mir persönlich hat es oft dabei geholfen, im Leben Prioritäten zu setzen, wenn ich dabei auf die Erfahrung älterer Menschen zurückgreifen konnte. Wir haben oft den Eindruck, dass wir alles besser wüssten und die Alten den Anschluss verloren haben. Aber es ist in der Tat so, dass einige menschliche Grundsätze und Dinge im Leben sich niemals ändern werden. Und trotzdem braucht man oft sein ganzes Leben, um diese Erfahrungen für sich selbst zu machen. Umso besser, dass man seine Erfahrungen und Weisheiten heutzutage einfach via Internet weitergeben kann. So auch ein 80 Jahre alter Herr, der seine Lektionen und Lebensweisheiten zum Beispiel bei Medium.com weitergeben hat.

Einige dieser Hinweise mögen auf den ersten Blick lächerlich erscheinen, oder wie bedeutungslose Kleinigkeiten. Doch es ist so ähnlich wie mit den 102 Fragen, die sich jeder mal stellen sollte: es geht um die Wirkung, welche die Verinnerlichung und Wiederholung dieser Handlungsweisen hervorrufen kann. Um die Veränderung, die sie langsam in uns bewirken, wenn wir nicht so viel darüber nachdenken, sondern einfach mal „tun“ – wie sooft im Buddhismus.

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Unsere Gesellschaft ist krank – dieses Zitat beschreibt ganz genau, warum

Bevor ich zum Zitat komme, möchte ich kurz etwas erzählen. Bevor ich anfing, mich mit dem Buddhismus und anderen Themen, wie zum Beispiel der Meditation und dem menschlichen Bewusstsein zu befassen, war ich ein sehr unbewusster Mensch. Ich sage nicht, dass ich mich bereits um 180 Grad gedreht hätte, aber ich arbeite dran. Ich ging mehrmals pro Woche Fastfood essen, trank täglich Cola und Red Bull, ich bekannte mich als Fleisch- und Steakliebhaber, war permanent unzufrieden und habe mich sogar selbst als einen Menschen definiert, der immer nach mehr, höher, weiter strebt, ich verurteile Obdachlose als faul, denn jeder könnte ja arbeiten, wenn er wirklich wollte. Ich hab‘ es ja auch geschafft also kann es jeder schaffen. Ich hielt Vegetarier für dumm und Veganer für noch dümmer. Und ich hielt Hippies für esotherische Spinner. Verdammt, ich dachte sogar darüber nach, die AfD zu wählen. Mit dem kleinen Unterschied, dass ich mir aber immer irgendwie darüber bewusst war, dass ich mich auf diesem Weg langsam in einen gefühlskalten Ellenbogenmenschen verwandelte, der ich nie sein wollte.

Warum es so schwer ist, wirklich frei und selbstbestimmt zu sein

Weil wir oft denken, wir wären es bereits. Es fällt uns sehr, sehr schwer, uns einzugestehen, dass wir vielleicht bisher eher nicht so selbstbestimmt und frei waren wie wir denken. Doch wenn wir wirklich so frei und selbstbestimmt wären, wieso kommt uns dann so Vieles im Leben wie Unglück, Zufall oder Schicksal vor? Anstatt unsere Gegenwart und auch unsere Zukunft als das zu erkennen, was sie sind: die logischen Konsequenzen unseres Seins, unserer Gedanken und unseres Tuns. Wenn es uns also gerade nicht gut geht, dann sollten wir überlegen, welche unserer Entscheidungen und Taten uns an diesen Punkt gebracht haben, statt die Gründe in der ungerechten Welt, unfairen Menschen oder beim Schicksal zu suchen. Und wenn wir dann so zurückblicken fällt uns auf, dass viele der Entscheidungen, von denen wir uns Glück versprachen und durch die wir uns definieren, wie zum Beispiel die Partys auf die wir gehen, die Dinge die wir kaufen, die Meinungen die wir von der Welt, uns selbst und anderen haben und die Dinge, nach denen wir Streben, all‘ die Dinge die unser Leben scheinbar ausmachen, uns letztendlich an den Punkt gebracht haben, an dem wir jetzt gerade unglücklich sind. Vielleicht müssen wir also unsere Ansichten und Taten überdenken, denn sie haben uns dazu gemacht, was wir jetzt sind und anscheinend nicht sein wollen. Sonst würden wir keine Texte darüber lesen oder schreiben, wie man glücklich wird.

Und wenn wir mit dem, was wir sind, unzufrieden sind, sollte jedem logisch denkendem Menschen klar sein, dass er an sich was ändern muss. Doch genau das fällt uns so schwer. Es ist die schwerste Herausforderung des Lebens, sich selbst zu besiegen und zu ändern, obwohl es so eindeutig ist, dass wir es tun müssen. Aber warum ist es so schwer? Weil wir eben nicht frei und selbstbestimmt sind. Wir verstehen nicht, dass wir nicht glücklich werden, solange wir nur Glück für uns selbst suchen. Gleichzeitig werden wir glücklich, ohne danach suchen zu müssen, wenn wir das, was wir schon haben, teilen. Glück ist das einzige, was sich sich vermehrt, wenn man es teilt. Und das stimmt definitiv. Es bringt nichts, das nur zu lesen. Man muss es selbst erfahren. Einfach tun. Teilen wird euch schon nicht unglücklich machen oder euch Schaden zufügen. Das tun nur die Dinge, die ihr aktuell so im Alltag anstrebt. Sonst würdet ihr das hier gerade nicht lesen 😉

„Wenn du wissen willst, wer du warst, dann schau, wer du bist. Wenn du wissen willst, wer du sein wirst, dann schau, was du tust.“ – Buddha

Ausklappen

Wir scheinen uns also doch nicht so gut unter Kontrolle zu haben, denn die meiste Zeit verbringen wir damit, uns Dinge zu wünschen, die wir noch nicht haben, Dinge zu fürchten, die noch gar nicht eingetreten sind und Dinge festhalten zu wollen, die von ihrer Natur aus Veränderung und Loslassen bedeutet. In dieser ganzen Zeit vergessen wir nur Eines: auf das zu achten, was wir jetzt in diesem Moment gerade tun und diese Dinge mit vollem Bewusstsein wahrzunehmen, ohne mit den Gedanken woanders zu sein. Doch nur im Hier und Jetzt finden wir Antworten. Nicht Gestern und nicht Morgen. Der Esel muss anhalten um zu merken, dass die Karotte an seinem eigenen Kopf befestigt ist. Und wir müssen innehalten um zu verstehen, wer wir sind und was wir wollen. Denn im Moment definieren wir uns nur dadurch, wonach wir streben, wovor wir Angst haben, was wir beruflich machen und was wir toll finden, oder eben scheisse. Aber kaum jemand von uns definiert sich dadurch, was er gerade wirklich tut.

In diesen unendlichen und unbewussten Gedankenketten sind wir fast ständig auf der Suche nach Glück oder Konflikt, aber fast niemals sind wir dort, wo wir gerade wirklich stehen zufrieden und fokussiert. Deutlichste Symptome für eigenen Kontrollverlust: Unzufriedenheit mit der jetzigen, oder Teilen der jetzigen Lebenssituation, ständiges Grübeln, Nostalgie, Stress, Druck, Einschlafprobleme, innere Leere, sobald wir alleine sind, Selbstmitleid, Zweifelsucht, Süchte, Sehnsucht nach immer wieder neuen Dingen und das krampfhafte Festhalten an Dingen, die uns für kurze Momente glücklich machen. All‘ dies sind Konsequenzen eines unbewussten, fremdgesteuerten Lebens, welches Glück permanent in der Zukunft sucht und nie im Jetzt. Es ist die Konsequenz des Egos. Dabei ist sind Glück und auch Leid eigentlich nur eins: ein Gedanke, und eine Perspektive, die wir durch Buddhismus und Meditation zu wechseln lernen.

Erfahren wir Leid, oder Unglück, dann sehen wir das gerne als Schicksalsschlag, während wir Glück, wenn es denn mal kurz eintritt, stets als logische Konsequenz unserer Freiheit und Selbstbestimmung sehen, oder als glücklichen Zufall. Aber Beides ist exakt das Gleiche – logische Konsequenz unserer Gedanken und Taten. Und sie bedingen einander. Wer Unglück stets ignorieren will oder die Schuld dafür woanders sucht, statt in den eigenen Taten und Gedanken, was letztendlich der einzige Weg aus der Unzufriedenheit wäre, der wird auch wahres Glück nie erkennen, wenn es eintritt. Die bloße innere und wahrhaftige Akzeptanz unserer Vergangenheit, unseres menschlichen Leidens, also unseres „Unglücks“ und der Vergänglichkeit aller Dinge macht uns automatisch glücklicher. Und somit auch freier und selbstbestimmter, denn fortan können wir handeln, weil wir es wollen und in Ruhe darüber nachdenken, weil wir nicht mehr von der ständigen Jagd nach oberflächlichen Glücksmomenten angetrieben werden, sondern von unserer menschlichen Natur, unserer inneren Stimme, statt von unserem Ego.

Im Buddhismus ist jeder Mensch sein eigener Schöpfer, seines eigenen Glückes Schmied. Die sogenannte Buddhanatur wohnt in jedem Menschen, muss aber durch Geduld und Meditations-Praxis gefunden werden. Dafür gibt es kein Patentrezept. Die einzige Hilfe sind Erfahrungen anderer, die uns dazu inspirieren können, endlich den Buddhismus, den Weg des Erwachens, in unser Leben zu holen. Aber gehen müssen wir ihn selbst.

Darum genügen bloße Regeln und Handlungsanweisungen auch nicht, die man dann nur noch brav wiederholen, runterbeten und beachten muss. Man muss sich mit seinen Schriften befassen, mit Zitaten und Lehren und versuchen diese auf den eigenen Alltag anzuwenden und so ihre Wahrheit zu erkennen. Der Buddhismus ist Inspiration und Praxisbeispiel für jeden Menschen, der wirklich seinen eigenen Weg gehen will, anstatt nur so zu tun und sich dabei ständig hinter komplizierten Theorien und Meinungen zu verstecken, die nicht mal unsere eigenen sind.

Buddhismus bedeutet nicht Festhalten an Regeln und Ritualen. Es geht darum, dass wir wieder lernen auf uns selbst zu hören und unserer Intuition zu vertrauen, indem wir unsere Intuition durch Übungen und Selbstbeobachtung verbessern. So erkennen wir, dass Glück und auch die temporäre Fixierung auf unsere innere Welt nicht egoistisch sind – ganz im Gegenteil. Sie sind Grundlage dafür, fortan nicht mehr egoistisch zu handeln. Und all‘ das ist immer noch nicht das Ziel des Buddhismus. Das Auflösen des Egos und der Anhaftung an materielle und sinnliche Befriedigung ist die Grundlage, um den Weg eines Buddhisten überhaupt einschlagen zu können. Nein, den Weg eines menschlichen Wesens entsprechend seiner ureigenen Natur. Den Weg des Bewusstseins, nicht des Egos. Luxus, Macht, Erfolg, Geld und Buddhismus schließen sich nicht aus. Ganz und gar nicht. Aber Luxus, Macht, Erfolg, Geld und Glück schließen sich aus, solange sie voneinander abhängen. Sind wir aus uns heraus glücklich, dann können wir sowohl stärker und selbstbestimmter Ablehnen, als auch stärker und selbstbestimmter genießen. Unser Glück hängt fortan weder an Reichtum, noch an Armut. Weder am iPhone X, noch am Nokia 3510. Wir nehmen Dinge so wie sie kommen und gehen, ohne uns dabei aus der Balance bringen zu lassen. Das ist schwer, weil wir es noch nie getan haben. Aber das bedeutet wahre Freiheit und wahre Selbstbestimmung. Wahres Glück und endlich die Chance, sich auf seinen eigenen Lebensweg zu begeben, frei von anderen Erwartungshaltungen, eingetrichterten Zielen und Verhaltensmustern und materiellen Wünschen, die wir früher als unabdingbar für Glück und Zufriedenheit empfanden. Frei von Ängsten, die wir früher für ein Teil unserer Persönlichkeit hielten. Frei von Zwang, Stress und innerem Erfolgsdruck. Ihr werdet euch wundern, was ihr ohne diesen Zwang alles erreichen könnt, obwohl uns stets eingetrichtert wird, dass dieser Zwang die Grundlage unseres Antriebs und unserer Motivation wäre. Typische Erfolgscoach-Rhetorik. Ebenfalls eine glatte Lüge, die uns im Hamsterrad hält. Aus allen Metaphern, die Menschen gerne für diesen Kreislauf finden, von dem sie ja selbst irgendwie wissen, dass er existiert und unglücklich macht, hilft immer nur eines heraus: Stillstehen. Verweilen im Jetzt. Ob wir nun aus dem Hamsterrad aussteigen wollen oder damit aufhören, der Karotte hinterher zu rennen. Ob wir einen Teufelskreis durchbrechen oder damit aufhören wollen, auf der Stelle zu treten. Die Lösung ist immer, kurz mal anzuhalten, durchzuatmen und sich neu zu orientieren. Zum Beispiel an den Vier edle Wahrheiten des Buddhismus

Selbst Siddhartha Gautama, also der Buddha, sagte, dass auch seine Weisheiten und Praktiken nur Hilfe sind, nicht aber Regel oder einziger Weg, um echtes Glück und inneren Frieden zu finden. Seine Weisheiten und Praktiken sind nicht mehr und nicht weniger als seine Erfahrungen und Erkenntnisse. Und da Du nicht Er bist, kannst du auch nie dieselben Erfahrungen machen, sondern nur eigene. Denn alles ist vergänglich und auch die Lehren des Buddha unterliegen den Gesetzen der Vergänglichkeit. Deshalb sind Buddhisten stets dazu angehalten, Alles im Leben und auch in ihrer Religion zu hinterfragen und auf die Probe zu stellen. Und wenn sie eine eigene Einsicht gewinnen, die der Buddhas widerspricht, so sollen sie ihrer Einsicht folgen, nicht der des Buddhas.

Erfahrungen und Geschichten anderer sollen uns dazu motivieren, endlich selbst loszugehen und zu akzeptieren, dass wir unserer wahren Natur und Realität noch nie ins Auge geblickt haben, sondern nur unserer verzerrten Interpretation davon.Buddhistische Praxis kann dabei helfen.

Buddhistische Praxis heißt Freisein

Das, was wir da immer als Glück empfinden, obwohl es kurz darauf wieder verschwindet, ist nichts weiter als die kurzzeitige Befriedigung des Egos. Und es will immer mehr davon, weshalb wir uns einreden, Glück müsse man sich verdienen, erkaufen und erarbeiten. Dabei muss man einfach nur lächeln und dankbar sein, um frei und glücklich zu sein. 5 Bräuche & 15 Minuten am Morgen können uns genau dabei helfen, diese Wahrheit zu verstehen.

Und wenn einem das klar wird, dann verschieben sich dermaßen viele Prioritäten im Leben, dass man so vieles infrage stellt, was man vorher getan hat. Man hat plötzlich Zeit dazu, wirklich sinnvolle Dinge zu tun, anderen zu helfen und fühlt sich deshalb sogar noch gut und erfüllt. Und genau deshalb ist das in unserer Konsumgesellschaft nicht gewollt. Es ist schädlich für das Kapital, wenn Menschen ohne Konsum glücklich sind. Das darf nicht sein!

Ich habe zum Beispiel seit meiner ersten Meditation meinen Fleischkonsum um mehr als die Hälfte reduziert, gebe kaum noch Geld für überteuere Dinge aus, helfe Menschen stets ohne eine Gegenleistung zu erwarten und meine Feierabendbeschäftigung besteht zum Teil darin, Dinge an Obdachlose zu verteilen. Das ganze macht mich obendrein glücklicher als alle Dinge, die ich im Leben zuvor getan habe, um glücklich zu sein. Ich handle meiner Natur entsprechend und genau das macht wirklich glücklich und frei. Gleichzeitig hilft es, die Dinge zu tun, die eben nicht schädlich für die Umwelt oder andere Menschen sind, denn genau diese Dinge können nie wirklich zufrieden machen. Wir tun sie nur, weil wir keine Alternativen kennen. Keiner will den Regenwald abholzen, aber jeder will die Produkte. Keiner will Tierquälerei, aber jeder will Fleisch. Wäre es nicht toll zu spüren, dass wir diese Dinge gar nicht brauchen, um froh zu sein, sondern dass wir froh dadurch werden, diese Dinge nicht mehr zu brauchen? Stellt euch mal vor, jeder Mensch würde ein paar dieser Kleinigkeiten ab Morgen umsetzen. Die Welt würde sich in 24 Stunden dramatisch zum Guten wenden. Der einige Weg kann es also immer nur sein, selbst anzufangen und andere dazu zu motivieren, aber nicht zu zwingen. Dieser Weg und dieses Leben machen frei, weil Glück fortan daraus entsteht, Gutes zu tun und nicht mehr daraus, Dingen hinterherzulaufen. Es gibt keinen Grund mehr, ständig von einer besseren Zukunft zu träumen oder in der Vergangenheit zu leben, wenn wir mit dem „Jetzt“ zufriedne sind. Gleichzeitig ist das die einzige Option, sich weiterzuentwickeln. Denn solange man das „Jetzt“ verdrängt, kann man es auch nicht bewusst betrachten und verändern, um sich zu entwickeln. Deshalb spricht man im Buddhismus davon, dass Glück eben nicht das Ziel, sondern der Weg ist.

Das falsche Selbstbild

Ich liebte Fleisch, dachte ich, ich liebte Markenklamotten, dachte ich und ich liebte es, mich über die Politik aufzuregen – dachte ich. Diese Dinge machten einen Teil meines Lebens aus und einen Teil meines Selbstbildes – meines Egos. Doch diese Prioritäten sind innerhalb weniger Wochen verschwunden und wurden durch den Willen ersetzt, Dinge wirklich zu lösen, nicht nur zu meckern. Zu helfen, statt nur darüber nachzudenken, wo Hilfe gebraucht werden könnte und sie dann lamentierend von der Politik oder vom „Staat“ zu fordern, anstatt sie selbst zu leisten. Freundlich zu sein, wenn ich mir mehr Freundlichkeit in der Welt wünsche. Hilfsbereit zu sein, wenn ich mir mehr Hilfsbereitschaft wünsche. Kurz gesagt: Gandhis gern zitierter Satz „Sei du selbst die Veränderung, die du dir wünschst für diese Welt“, ist mir endlich klargeworden. Ich weiss, wie er gemeint ist. Und warum es die einzig logische Handlungsweise ist. Und das fühlt sich nicht ansatzweise wie „Gewollt“ oder falsches Pflichtgefühl an – es ist einfach da, weil es meine Natur ist, die vorher durch Werbung, Wirtschaftstheorien, Nachrichten, Politik und gesellschaftliche Erwartungshaltung übertönt wurde.

Meine Ego-Vorlieben waren nie meine eigentliche Natur. Sonst wären sie wohl kaum verschwunden, nur weil ich sie für ein paar Minuten ernsthaft infrage gestellt habe. Und sonst hätten sie mich wohl auch länger als ein paar Minuten glücklich gemacht, wenn ich mich an ihnen orientiert habe.

Echte Werte halten es aus, wenn sie infrage gestellt werden, genauso wie echte Teile unserer wahren Persönlichkeit. Verwerfliche Werte, Wünsche, Charaktereigenschaften und Ziele verstecken sich immer hinter aggressiver Argumentation oder verleugnen sich selbst, sobald sie infrage gestellt werden. Unsere eigene Natur, unser Wesen würde jeder Infragestellung standhalten, ohne auch nur einmal die Lautstärke unserer Stimme zu erhöhen.

Ich habe mich in meinem ganzen Leben noch nie so konstant ruhig, zufrieden und menschlich gefühlt. Ich habe noch einen weiten Weg vor mir, aber ich kann ihn immerhin endlich sehen. Es gibt für mich kein einziges Argument mehr, welches gegen Hilfsbereitschaft spricht oder dagegen Dinge zu tun, die vernünftig, gesund und nachhaltig sind. Gleichzeitig gab es seit Monaten keine Ausreden vor mir selbst mehr, die irgendeinem meiner Ziele im Weg standen. Keine Müdigkeit, kein Stress, keine Faulheit, kein „Ich habe mir jetzt mal etwas sinnloses und hirnloses Entertainment verdient, um abzuschalten.“, denn dieses Entertainment macht mich nicht glücklich. Wieso also daran festhalten? Wovon soll ich auch abschalten? Von meinem glücklichen Leben? Abschalten müssen wir nur, wenn wir etwas verdrängen und vergessen wollen. Es macht mich dumm und antriebslos und hindert mich genau daran, glücklich zu werden.

Es macht zum Beispiel plötzlich Spaß gesunde Dinge zu tun, zu essen und zu trinken, statt ungesunde. Keine Ahnung weshalb es 26 Jahre gedauert hat bis ich kapiert habe, dass Burger und Fastfood oder auch täglicher Fleischkonsum kein Glück bedeuten und auch keine Freiheit. Sowas zu denken ist komplett idiotisch. Der einzige Grund, weshalb wir so denken, ist die Werbung. Wieso sollte es auch Lebensqualität bedeuten, Schrott zu essen, der uns früher sterben lässt. Oder Fleisch in solchen Mengen zu essen, dass sie nur noch pervers sind und uns krank machen? Wieso sollte es Freiheit und Selbstbestimmung bedeuten, wenn man teures Geld für Dinge bezahlt, die sinnlos sind und für ein paar Minuten oder Tage Glück bedeuten, bis was „neues“, „besseres“ oder „schöneres“ auf den Markt kommt, wenn wir uns doch viel glücklicher fühlen und zwar dauerhaft, sobald wir anderen helfen und Dinge tun, die diese Welt immer ein mini-kleines bisschen besser machen, statt ein mini-kleines bisschen schlechter.

Ist es nicht viel freier und selbstbestimmter, wenn wir es schaffen „Nein“ dazu zu sagen, egoistisch und selbstbezogen zu sein, ohne sich weniger Wert oder der eigenen Lebensqualität beraubt zu fühlen? Denn nun kann auch der schönste Anreiz uns nicht mehr vom Weg abbringen. Niemand kann uns noch kontrollieren oder fremdsteuern, wenn wir schon alles haben, was wir brauchen und selbst wissen, was zu tun ist. Wir können uns komplett auf uns selbst verlassen. Entgegen einiger Behauptungen die besagen, dass der Mensch diese anderen Menschen, die wissen, was gut für ihn ist, genauso wie Pflichten und gesellschaftlichen Erwartungen bräuchte, damit kein Chaos ausbricht, behaupte ich, dass eine einzige Frage diese Lüge enttarnt: wenn unser jetziges System und unsere Lebenseinstellung richtig wären und alternativlos, warum haben sie das Chaos in der Welt dann bisher vergrößert, statt es zu verringern und warum sinkt unser Glück, während wir meinen, genau das richtige zu tun? Wieso steigt die Konjunktur, während die Armut steigt und die Löhne für ehrbare Berufe sinken? Während wir jede Theorie und jede Philosophie verwerfen und abtun, die „unserer“ Meinung widerspricht, sobald nur eine Frage oder Aussage für uns unlogisch oder nicht nachvollziehbar klingt, kann unser jetziges System noch so sehr von der Wahrheit widerlegt oder von Krisen erschüttert werden – wir halten trotzdem daran fest. Ein Widerspruch in sich. Ein Widerspruch, der eine andere Meinung widerlegt ist mehr wert als tausend Widersprüche, die unsere Meinung widerlegen. Hier ist wieder das Ego am Werk, mit den zwei Grundsätzen, die das Leben im Westen prägen: „Mein ist wichtiger als Dein“ und „Mein ist nicht Dein“. Diese Glaubenssätze, die uns seit unserer Geburt eingehämmert werden, sind die Wurzel allen Übels.

Hört auf, euren Ego-Gedanken zu folgen und sie als Teil eurer Persönlichkeit zu sehen. Es macht euch nicht glücklicher, wenn ihr Recht habt. Es macht euch nicht glücklicher, wenn ihr das Unglück anderer ignoriert, anstatt dabei zu helfen, es zu beseitigen. Es macht euch nicht freier und selbstbestimmter, wenn ihr schlechte oder unethische Entscheidungen trefft, nur weil ihr sie scheinbar selbst getroffen habt. Schlecht sind sie trotzdem. Aber es macht euch glücklicher, anderen auf ihrem Weg zum Glück zu helfen. Es macht euch freier und selbstbestimmter euch einzugestehen, wenn ihr falsche Entscheidungen trefft und diese dann nie wieder zu treffen. Und auf all‘ diesen Wegen macht ihr nebenbei die Welt besser, weil ihr die Dinge einfach nicht mehr tut und braucht, die sie schlechter machen. Ein All-inclusive Glückspaket, für das man nicht mal arbeiten, sondern nur Ruhe, Bewusstsein und Achtsamkeit in den Alltag integrieren muss, so wie Menschlichkeit und Mitgefühl. Und das kann jeder, unabhängig von Status, Beruf, Bildung, Familiensituation, Alter, Geschlecht, Fitness, Aussehen, Religion und Vorlieben.

Echtes Glück erkennen

Also wie können wir lernen, oberflächliche, kurze Glücksmomente von echtem Glück zu unterscheiden, wenn wir echtes Glück so selten erfahren? Wir müssen zum Beispiel mithilfe der Meditation spüren lernen, wie sich innere Glück und innerer Frieden anfühlen. Wir werden diesen Zustand anfangs nur wenige Sekunden und Minuten halten können. Aber wir lernen daraus automatisch, dass wir uns gut fühlen können ohne irgendwas zu kaufen oder zu werden, sondern nur dadurch, dass wir sind wer wir sind. Ab diesem Moment ist die Glückssuche beendet und die Zeit für das Leben gekommen.

Noch stellen wir uns so ein Leben stets als Einschränkung und Verzicht vor, weil wir egoistisch sind und stets darauf warten, dass das Glück zu uns kommt und weil wir andere und ihr Streben nach Glück nicht als potenziellen Multiplikator des eigenen Glücks sehen, sondern als Bedrohung unseres persönlichen Glücks.

Wir empfinden Neid, Angst vor Verlust, Angst vor fremden Menschen, wir konkurrieren um Arbeitsplätze und das Schlimmste: wir vergleichen und ständig mit anderen, ob über soziale Netzwerke, indem wir Trash TV schauen oder Klatsch-Magazine lesen. Indem wir denken Werbung und kostenpflichtige Ratgeber würden tatsächlich die Realität oder lohnenswerte Lebensziele abbilden, statt Ego-Nahrung und Indoktrination. Wir müssen in uns hineinzuhorchen, denn keiner weiss besser, was wir wirklich brauchen und was uns wirklich erfüllt. Suchen wir nach diesen Antworten in Zeitschriften, in der Werbung und in gesellschaftlichen Wertvorstellungen, so wird stets nur unser Ego gestärkt, nicht unsere menschliche, mitfühlende Natur. Wie soll aus so einem Leben Ruhe, Mitgefühl und innere Zufrieden erwachsen? Gar nicht.

Wir haben ernsthaft begonnen zu glauben, dass Andere, „schlauere“ Menschen wissen, was gut für uns ist. Eigentlich ist das nicht so und auch ich weiss nicht konkret, was gut für euch ist. Ich will nur zeigen wie man dieses Wissen in sich selbst findet, statt in den Medien, Universitäten und Lifecoachings, die Unsummen kosten. Natürlich gehören Tipps und Übungen dazu, aber sie sind nicht der Selbstzweck. Man wird nicht glücklich nur weil man Buddhist ist oder meditiert. Das sind nur Hilfsmittel, die uns lehren wie man wahres Glück und materielle, kurzfristige Glücksmomente unterscheiden lernen kann, um so wirklich frei zu werden. Frei das zu tun, was man wirklich will und nicht das, was unser Ego uns vorgaukelt tun zu wollen. Denn haben wir erst erkannt dass die Dinge, denen viele von uns hinterherlaufen und an die wir glauben, also Erwartungshaltungen, Wünsche und auch deren Erfüllung, uns nicht zufriedener machen, sind wir bereits zufriedener. Meistens erfüllen wir nur Erwartungshalten oder gesellschaftlichen Erwartungsdruck, kaufen Dinge, die die Menschen in der Werbung und Magazinen ja auch glücklich zu machen scheinen. Und dann sind wir für kurze Momente glücklich, weil wir es so gelernt haben. Doch dann folgt schon der nächste Wunsch, das nächste Ziel, die nächste Hoffnung und der Blick für das, was man gerade erreicht hat, schweift schon wieder ab, in eine bessere Vergangenheit oder eine hoffnungsvolle Zukunft. Und so werden wir bis zu unserem Tod niemals ankommen – immer kommst das Nächste, das Neuere, das Bessere. Das ist eine Illusion.

Und je unglücklicher wir werden, je weniger wir von uns selbst wissen und uns selbst zuhören, desto egoistischer werden wir, desto mehr kurze Glücksmomente, desto mehr Ablenkung und Entertainment wollen wir.

Es ist also an der Zeit, sein tiefes Glück und wahres Selbst zu finden, anstatt nur an der Oberfläche eines erfüllten Lebens zu kratzen. Und das findet man ausschließlich im Hier und Jetzt. Nicht in der Zukunft und unseren Hoffnungen, nicht in großen Plänen und nicht im Schwelgen in nostalgischen Vergangenheiten. Nicht in den Meinungen Anderer über uns, oder darin, andere schlechter zu machen als uns. Nicht in politischer Revolution und nicht in technischer Innovation. Sondern im Tun und im Moment. All‘ diese Dinge können Konsequenzen einer bewussten und achtsamen Gesellschaft sein, aber sie sind keine Voraussetzung für Achtsamkeit und bewusstes Handeln.

Das bedeutet dauerhaftes Glück, welches sich nicht von Ängsten, Wünschen, Werbung, Medien, anderen Menschen und Feindbildern beeinflussen lässt. Es ist die Grundlage und nicht etwa das Ziel eines freien und guten Lebens. Und da wir Teil einer einzigen Welt sind, deren Schicksal einfach an unserem Leben vorbeiziehen würde, wenn wir weiter im Egoismus leben, resignieren wir somit gleichzeitig vor dieser Welt und uns selbst. Vor ihren Krisen und Problemen. Vor unseren Krisen und Problemen. Gute Vorsätze bleiben ewig gute Vorsätze. Weil es unmöglich ist glücklich zu sein, wenn wir die Realität verweigern, statt sie zu akzeptieren und anzupacken.

„Das Leben ist kein Problem, das es zu lösen gilt, sondern eine Wirklichkeit, die es zu erfahren gilt. – Siddhartha Gautama (Buddha).

Und tief im Inneren wissen wir das. Wenn wir uns ständig von eigenen Ängste, Wünschen, Hoffnungen und dem Lob oder der Kritik anderer Menschen leiten und motivieren lassen, führt das zwangsläufig in die Unzufriedenheit. Oft wollen wir sogar genau das erreichen, was andere erreicht haben, weil wir taub für unsere eigenen Wünsche und Ziele geworden sind. Wenn das der Fall ist, dann kann uns kein Glücksrezept und kein Lifecoach helfen. Alles was er tun kann ist, uns noch tiefer in das Streben nach falschen Zielen und Wünschen hineinzuziehen.

Materialismus und Selbstdefinition durch andere Meinungen, so wie durch Dinge, die wir besitzen oder an die wir glauben (nicht wissen und selbst erfahren haben) machen unglücklich, ohnmächtig und verursachen Stress und Leid. In Unserer Gesellschaft ist fast niemand frei davon, weshalb der Buddhismus im Westen, während der letzten Jahrzehnte, immer populärer wurde. Er scheint eine tiefere Wahrheit zu enthalten, die man im Leben und nicht erst nach dem Leben erfahren kann. Und welche all‘ die Menschen, die sie kennen, glücklicher und ruhiger macht. Weil sie wissen, wo man die Antwort auf dauerhaftes Glück und Selbstbestimmung wirklich findet – in sich selbst.

Wir haben vergessen, dass Glück nichts egoistisches oder selbstbezogenes ist. Das Glück, welches wir in uns selbst finden können ist auch jenes, welches Jeder in sich trägt. Unser Glück ist das Glück aller Menschen. Es ist nicht getrennt voneinander, genauso wenig wie wir unabhängig vom Rest der Welt existieren. Leider haben Fernsehen und der verengte Tunnelblick des Alltags, so wie der reine Fokus auf unser eigenes Leben uns das vergessen lassen.

Durch Meditation und buddhistische Praxis, welche stark durch buddhistische Zitate, Lebensweisheiten & Geschichten inspiriert sind, können wir dieses Wissen in uns selbst wieder ans Tageslicht holen. Ich selbst bin gerade erst am Anfang dieses Weges, doch schon seit dem ersten Tag der Meditation fühle ich mich freier und glücklicher. Weil ich weiss und in mir selbst fühle, dass dieser Weg, auf die individuelle und subjektive Weise wie ich ihn für mich gehe, das Richtige ist.

Und ich lernte schnell, dass das Teilen der eigenen Erfahrungen mich und andere viel schneller voranschreiten lässt. Allein‘ die Erkenntnis „Ich helfe mir, indem ich anderen helfe“ hat das Potenzial, das eigene Leben stark zu verändern. Jedoch genügt es nicht diesen Satz nur zu kennen. Sonst wären ja alle erleuchtet, wenn sie bei Facebook nur weiter ihre schlauen Memes und Zitate liken und teilen. Es geht darum, die Wahrheit in diesem Zitat selbst zu erfahren. Mit Geduld und viel Praxis ist dies möglich. Tipps, Artikel, Interviews und Anleitungen zu Buddhismus & Meditation, werdet ihr zukünftig auf BuddhaMe.de finden.

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